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Die Hersteller BP – Bierbaum-Proenen, GREIFF, KÜBLER Workwear und WEITBLICK, sowie der Gewebeproduzent Klopman International kooperieren, um den Anteil an fair gehandelter Baumwolle in der Berufsbekleidungsbranche zu steigern. Damit wollen die Projektpartner ein klares Zeichen für Nachhaltigkeit setzen: Berufsbekleidung, die in Verantwortung für Menschen und Umwelt produziert wird.

Gemeinsam können wir mehr erreichen: Dieser Gedanke stand am Anfang der Kooperation der Berufsbekleidungshersteller BP – Bierbaum-Proenen, GREIFF, KÜBLER Workwear, WEITBLICK sowie des Gewebeproduzenten Klopman International beim Thema Nachhaltigkeit. Nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Handeln ist für alle Projektbeteiligte schon lange ein Schlüsselthema in ihrer jeweiligen Unternehmensstrategie. Aber: In der Gemeinschaft lassen sich Ziele schneller erreichen. Die fünf Projektpartner tauschen sich bei Fragen zur Nachhaltigkeit aus und haben sich für eine Kooperation mit Fairtrade Deutschland entschieden. Der Grund: Fairtrade überzeugt die Projektpartner mit seiner 25-jährigen Erfahrung auf dem Gebiet des fairen Handels und dem konsequenten und anspruchsvollen Nachhaltigkeitskonzept. Darüber hinaus ist der Markenname „Fairtrade“ im Markt sehr bekannt und steht für Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit, was den Projektpartnern besonders am Herzen liegt. Für den Start der Kooperation haben sich die Partner auf eine ehrgeizige Abnahmemenge von fair gehandelter Baumwolle geeinigt. Diese Abnahmemenge soll sukzessive gesteigert werden.

Das „Supporting Fairtrade Cotton“ Projekt wurde durch die Projektgruppe in Zusammenarbeit mit Fairtrade ins Leben gerufen und in enger Abstimmung mit den fünf Projektpartnern und Fairtrade entwickelt. Das Programm konzentriert sich im Schwerpunkt auf die Menschen, die ganz am Anfang der textilen Wertschöpfungskette stehen: die Bäuerinnen und Bauern, die die Baumwolle anbauen und ernten. Es eröffnen sich für sie sowohl gerechte Handelsbedingungen als auch neue Wege für einen sozialen Wandel und mehr Umweltschutz. Durch feste Abnahmemengen bekommen sie Planungssicherheit und können so ihr Einkommen steigern. Um die Fairtrade-Standards zu erfüllen und zertifiziert zu werden, müssen die Kleinbauern viele Bedingungen erfüllen. Sie müssen Umwelt- und Sozialauflagen einhalten und für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Baumwollproduktion sorgen. Dafür genießen die zertifizierten Kleinbauern aber auch viele Vorteile: Sie erhalten Prämien, die sie nach einer demokratischen Abstimmung für Gemeinschafts-Projekte verwenden können. „Dank der Fairtrade-Prämie können wir viele Umwelt- und Bildungsprojekte verwirklichen“, sagt Shailesh Patel von der Kooperative Rapar and Dhrangadhra Farmers Producer Company in Indien. „Die Projekte zur Regenwassernutzung, zur Aufforstung, zum Straßenbau oder zur Bildung für unsere Kinder sind sehr wichtig für uns und erleichtern das Leben unserer Baumwollbauern sehr.“

„Es überzeugt uns, dass die Prämien sehr sinnvoll und zielführend eingesetzt werden und so nachhaltig Hilfe zur Selbsthilfe bieten“, sind sich die fünf Projektpartner einig. Fairtrade arbeitet derzeit mit knapp 50.000 Baumwollproduzenten in einigen der ärmsten Regionen der Welt zusammen, hauptsächlich in Indien und Westafrika. „Das Engagement dieser Hersteller von Berufsbekleidung leistet einen erheblichen Beitrag dazu, den Anbau von Baumwolle im Ursprung nachhaltiger zu gestalten und ist eine wichtige Unterstützung, damit die Baumwollbauern im Süden ihre Lebensbedingungen verbessern und die vorhandenen Ressourcen schonen können“, sagt Dieter Overath, Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender von „TransFair e.V. – Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt“.

Nachhaltigkeit ist eines der bestimmenden gesellschaftlichen Themen und zunehmend eines der prägenden Kriterien bei Kaufentscheidungen. Das gilt auch und gerade für Berufsbekleidung, von der immer mehr Trägerinnen und Träger erwarten, dass sie nachhaltig hergestellt wird. Die Menschen möchten ihre Berufsbekleidung mit einem guten Gefühl tragen. Deswegen sollten nachhaltige Produkte auch als solche kenntlich sein. Daher ist im Rahmen dieses Projekts künftig durch das eingenähte „Supporting Fairtrade Cotton“ Logo am Berufsbekleidungsprodukt sichtbar, dass der Hersteller Baumwolle zu Fairtrade-Bedingungen einkauft – und so gezielt die Nachhaltigkeitsbestrebungen unterstützt. Das gibt den Trägern die Möglichkeit, sich ganz bewusst für sichtbar nachhaltig produzierte Kleidung zu entscheiden.

Die Zusammenarbeit in Sachen Nachhaltigkeit ist der erste große gemeinsame Schritt der Projektpartner. Weitere Kooperationen sind denkbar. Das Netzwerk versteht sich dabei immer als projektbezogener und offener Zusammenschluss – und nicht als geschlossene Gruppe.

Weitere Informationen unter www.info.fairtrade.net/sourcing

„Das Fairtrade-Baumwoll-Programm unterstützt unter anderem durch feste Mindestpreise Kleinbauern, die Baumwolle nachhaltig produzieren, indem sie etwa auf genmanipuliertes Saatgut und künstliche Bewässerung verzichtet und den Einsatz von Chemikalien restriktiv handhaben.“ (© TransFair e.V./ Stefan Lechner)
„Mit diesem Logo werden zukünftig die Produkte der teilnehmenden Berufsbekleidungshersteller ausgezeichnet. Es sagt aus, dass die Berufsbekleidungshersteller und deren Kunden, die Bäuerinnen und Bauern über das Fairtrade Rohstoffmodell für Baumwolle unterstützen, größere Mengen ihrer Baumwolle zu Fairtrade-Bedingungen zu verkaufen.“

2 Kommentare

  1. Hallo liebes Weitblick Team,

    super Aktion!! 🙂 Ich hätte ein paar Fragen zur Kennzeichnung der Textilien mit dem „Supporting Fairtrade Cotton“ Siegel.

    Inwieweit wird sicherstellt bzw. überprüft, dass nicht mehr Berufskleidungsstücke mit dem Logo ausgezeichnet werden als tatsächlich Fairtrade Baumwolle gekauft wurde? Ich spezifiziere meine Frage: So wie ich das verstanden habe kaufen Sie bspw. 1t Fairtrade Baumwolle ein, diese muss nicht zwangsläufig in den Endartikel eingearbeitet sein, macht ja aber nichts, da das Geld dort hin kommt wo es benötigt wird, beim Bauern und die neue Tonne Fair hergestellte Baumwolle nun im Umlauf ist. Aus der einen Tonne Baumwolle können Sie bspw. grob 2 t Berufskleidung machen (Ich nehme ein 50 PES / 50 CO Gewebe an), ist dann geregelt dass Sie nur diese 2 Tonnen Berufskleidung kennzeichnen dürfen?

    Bis zu welchem Mischungsverhältnis BW & PES kann man die Fairtrade Kennzeichnung auf dem Kleidungsstück noch bekommen?

    Vielen Dank für eine Rückmeldung und bis bald 🙂

    • Hallo Mario,

      vielen Dank für dein Lob und klasse, dass du nachfragst.
      Das hast du genau richtig erfasst: Mit jeder eingekauften Tonne Baumwolle achtet Fairtrade genau darauf, dass das Geld an der richtigen Stelle, nämlich bei den Baumwollbauern vor Ort ankommt. Weitblick und Fairtrade gemeinsam prüfen ganz exakt, dass auch nur so viele Kleidungsstücke ausgezeichnet und gemeldet werden, wie im gleichen Maße an Baumwolle gekauft wurde. Unter anderem rechnen wir mit dem Flächengewicht in Gramm pro Meter und weisen auf das Stück genau nach, welche Artikel gekennzeichnet wurden. Dabei muss das Mischungsverhältnis je Artikel mindestens 30% Baumwolle enthalten. Dieser Mengenausgleich schafft die Rahmenbedingungen für eine Stärkung der Bauern und lässt sie als selbstständige Unternehmer auf dem Weltmarkt auftreten.

      Wenn du weitere Fragen hast, steht dir natürlich jederzeit unser Vertriebsteam auch persönlich zur Verfügung!

      Viele Grüße und bis bald 😊
      Janine

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